Was soll laufen in der Kirchengemeinde neu?

Am 1. Januar 2026 ist es soweit: Die Kirchengemeinde neu wird starten. Aus sechs Seelsorgeeinheiten (Zell, Haslach, Hausach-Hornberg, An Wolf und Kinzig, Oberes Wolftal und Kloster Wittichen) mit ca. 33.000 Katholiken wird die Kirchengemeinde Kinzigtal, St. Symhorian mit Verwaltungssitz in Haslach und dem leitenden Pfr. Michael Lienhard.

Wenn so ein neues Konstrukt entsteht, muss man Ideen haben, wie alles werden, zumindest beginnen soll. Diese Ideen sind festgehalten in einer verbindlichen Gründungsvereinbarung. Die Jahre 2027 und 2028 sollen genutzt werden, um selbst zu überprüfen, ob die Vereinbarung passt und selbstverständlich soll sie stets weiterentwickelt werden.
Wie kam es zur Gründungsvereinbarung und was bedeutet dieses sperrige Wort?
Bereits 2022 legte die Kirchenleitung mit Erzbischof Stephan Burger eine Diözesanstrategie mit Vision, Werten und dreizehn Zielen (dazu habe ich damals geschrieben) vor. Somit war der weite Rahmen für eine Gründungsvereinbarung gesteckt. Jetzt lag es an uns, diese vorgegebenen Rahmenbedingungen zu füllen mit unseren speziellen Gegebenheiten hier vor Ort.
In 13 Arbeitsgruppen (Liturgie, Katechese, Bildung, Caritas und Soziales, Kinder und Familien, Jugend und junge Erwachsene, Senioren und Pflegheime, Tod und Trauer, Verbände, Gruppen, Gemeinschaften, Ehrenamtsförderung, Begegnung, Öffentlichkeitsarbeit, Pastorales Neuland) wurden Ideen, Schwerpunkte, Ziele und Maßnahmen beraten. In diesen AG’s waren aus allen SE’s Ehrenamtliche beteiligt. Die Ergebnisse flossen in die Gründungsvereinbarung ein und sind konkret im Anhang dort zu finden.
Die Gründungsvereinbarung hat 2 Teile:
1 Das Profil der Kirchengemeinde Kinzigtal
2 Die Organisation der Kirchengemeinde Kinzigtal (hierzu gibt es Informationen in den Gottesdiensten am 13./14. September 25, statt einer Predigt)
Die Gründungsvereinbarung wurde von allen Pfarrgemeinderäten der sechs SE’s in einer gemeinsamen Versammlung verabschiedet.
Aber was steht nun drin (in aller Kürze)?
Die Vision ist überschrieben mit dem Titel: Eine Gemeinschaft wächst.
Da wäre die Hoffnung auf einen guten Start mit all den Veränderungen, auch dass Menschen sich über den eigenen Kirchturm hinaus kennenlernen und vernetzen, dass getrennte Dinge zusammenwachsen und neue Initiativen möglich, neue Akzente gesetzt werden. Nach den ersten gemeinsamen Jahren soll es so sein: Die Gemeindeteams und der Pfarreirat haben die Arbeit aufgenommen, Zuständigkeiten sind geklärt, es wird deutlich, was erhalten oder aufgegeben werden kann. 
Die Liebe Gottes und der Menschen untereinander soll spürbar werden und auf dem Weg der Nachfolge Christi auf vielfältige Weise. Im Vertrauen auf Gott sind wir unterwegs.
Unsere Werte:
Spirituell und sakramental: 
Ein Leben aus der Beziehung zu Gott wird gepflegt im Gebet, in den Sakramenten, in vielfältigen spirituellen, liturgischen und katechetischen Angeboten, gemeinsam mit Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. So können heilende und stärkende, begleitende Spuren und die Kraft Gottes im Leben und in der Welt erfahren werden.
Charismen-orientiert, partizipativ und subsidiär:
Menschen können ihre Begabungen einbringen, sie bekommen wertschätzend nicht nur Aufgaben delegiert, sondern Gestaltungsspielraum, eigenverantwortliche Bereiche und ggf. entsprechende Fortbildungen und Unterstützung, wo sie Hilfe brauchen.
Veränderungsbereit:
Wir hören den Menschen vor Ort zu und lernen so permanent voneinander. Fest im Gemeindeleben verankerte Traditionen werden geachtet und dynamisch weiterentwickelt. Haben diese ihren Sinn verloren oder werden nur noch mit großer Mühe aufrechterhalten, trennen wir uns davon. Trauer- und Trennungsprozesse werden gestaltet und begleitet. Mutig und offen suchen wir nach neuen Wegen und Formen, wie wir die Botschaft des Evangeliums leben, feiern und erfahrbar machen können und bringen diese ins 
Gemeindeleben ein. Neues soll nicht Ersatz oder Konkurrenz zu Bestehendem sein, sondern Ergänzung und Bereicherung.
Unsere Ziele:
- Wir wollen unseren Glauben in der Gemeinschaft vor Ort leben, stärken und fördern.  
- In der Vielfalt ihrer Lebenswirklichkeiten wollen wir Menschen stärken, begleiten und ihre Entfaltung fördern.  
- Als Ehren- und Hauptamtliche arbeiten wir auf Augenhöhe zusammen.  
- Wir setzen auf Vernetzung: Wir wollen voneinander wissen, hören, lernen, profitieren und so die Menschen miteinander  
   verbinden 
- Wir professionalisieren unsere Öffentlichkeitsarbeit.  
- Finanzielle Ressourcen setzen wir ein, um unsere pastoralen Aufgaben gut erfüllen zu können. 
Ziele brauchen Maßnahmen, damit etwas wahr wird. Damit geht es im nächsten Aktuell weiter.
Für heute herzliche Grüße,
Monika Tschersich, PGR-Vorsitzende